Питання 10
Was denkt Susanne über die Naturmode?
Kleider machen Leute
Susanne erzählt: «Mein Kleiderschrank ist wirklich zu voll. So geht es nicht weiter!
Einige der Klamotten sollte ich aussortieren. Ich gehöre zu den Leuten, die ihre Hosen,
Pullover und T-Shirts lange tragen. Trotzdem macht es mir auch Freude, immer mal
wieder ein schönes Oberteil oder einen schicken Rock zu kaufen. Nun sind die Stapel in
meinem Kleiderschrank zu hoch und ich überlege, was ich nicht mehr brauche.
Während ich meine Sachen sortiere, fällt mir meine alte Biologielehrerin ein. Wir haben
damals über ihre Kleidung gekichert und sie insgeheim "Öko-Mutti" genannt. Sie trug
gern riesengroße unförmige Strickjacken in langweiligen Farben oder wenig schicke
Blusen mit komischen Mustern. Wir wussten, das ist Naturmode. Wir ahnten damals
aber nicht, dass unsere Lehrerin einfach schon der Zeit voraus war.
Heute wird nachhaltige Mode immer wichtiger. Aber im Vergleich zu früher hat sich
einiges geändert. Immer mehr Modemarken bieten inzwischen nachhaltig produzierte
Kleidung an, die nicht nur ökologisch, sondern auch schick und raffiniert ist. Der Begriff
"nachhaltig" hat bei den Herstellern unterschiedliche Bedeutungen. Es handelt sich
um "Grüne Mode", wenn eine Firma umweltfreundliche Materialien aus ökologischem
Anbau verwendet. Wenn gerechte Arbeitsbedingungen im Vordergrund stehen, wird
das "Faire Mode" genannt. Mir gefällt die Idee der "Öko-Mode" am besten, weil sie diese
ökologischen und sozialen Aspekte vereint.
Natürlich hat gute Qualität ihren Preis. Und ich bin gerne bereit, für nachhaltige Mode
mehr Geld auszugeben. Mein Vorsatz steht fest: Ich kaufe ab jetzt möglichst wenig neue
Kleidung und nur noch richtig schöne und nachhaltig produzierte Teile. Dann ist mein
Kleiderschrank nicht mehr so voll.
Noch einmal denke ich an meine Biologielehrerin. Eigentlich war sie ganz in Ordnung.
Sie würde sich sicher darüber freuen, dass auch ich Lehrerin geworden bin. Was denken
wohl meine Klassen über meine Kleidung? Sicher gibt es in verschiedenen Ländern
bestimmte Erwartungen an den Kleidungsstil einer Lehrerein. Da ich bei jedem Wetter
mit dem Fahrrad zur Schule fahre, muss meine Kleidung praktisch sein. Meinen
Schülern sage ich deshalb gerne die norddeutsche Weisheit: "Es gibt kein schlechtes
Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung!" Wer weiß, vielleicht wirke ich auf sie ja auch
wie eine "Öko-Mutti".»